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Überschrift: Multiple Sklerose - Symptome lindern durch gezielte Ernährung
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Letzte Änderung: 2002-10-16 | 11:23
Text des Artikels: Patienten mit Multipler Sklerose (MS) können den Verlauf der Erkrankung
durch Ernährung günstig beeinflussen. Das bestätigte die
Diplom-Oecotrophologin und MS-Expertin Gudrun Werner kürzlich im Interview
mit der Zeitschrift UGB-Forum.
Die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische
Entzündung des zentralen Nervensystems. Die dauernde Entzündung geht mit dem
Untergang von Nervengewebe einher. Patienten mit MS sollten ihr
Normalgewicht halten und damit Muskeln, Bänder und Gelenke möglichst
schonen. Dabei hilft ihnen eine überwiegend fleischlose, pflanzlich
orientierte Ernährung. Sie sollte ballaststoffreich sein (mit
Vollkornprodukten und reichlich Gemüse und Obst) und Fett in moderaten
Mengen (50 bis 60 Gramm am Tag) enthalten. Eine weitere Strategie besteht
darin, solche Lebensmittel verstärkt zu sich zu nehmen, die
entzündungshemmende Inhaltsstoffe liefern - und auf der anderen Seite
Nahrungsmittel sparsam zu verwenden, die den Entzündungsprozess fördern.
MS-Erkrankungen treten generell in "Butter-Regionen", in denen viel Fleisch,
Käse, Butter, Wurst verzehrt wird, häufiger auf als in Öl-Regionen (mit
reichlich Seefisch, Gemüse, Pflanzenöl), berichtet Werner.
Entzündungshemmend wirken offensichtlich Omega-3-Fettsäuren, sie sind in
Hering und Makrele, aber auch in Rapsöl enthalten. Eventuell sollten
Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln ergänzt werden, rät die
Ernährungsexpertin. Entzündungsfördernd, weil Ausgangsstoff für
entsprechende Botenstoffe im Körper, wirkt Arachidonsäure, sie ist in
Eigelb, Fleisch, Innereien und Haut (z. B. der knusprigen Hähnchenhaut)
enthalten. Milch und Milchprodukte sind eher arachidonsäurearm. Die
essenzielle Fettsäure Linolsäure (z. B. in Sonnenblumenöl, Distelöl,
Maiskeimöl) wird entgegen früherer Annahmen nur wenig in Arachidonsäure
umgewandelt, pflanzliche Öle können also bedenkenlos verzehrt werden. Ziel
der MS-Therapie, auch der Ernährungstherapie ist es, Krankheitsschübe zu
verhindern bzw. abzuschwächen und somit den Untergang von Nervengewebe
aufzuhalten. Alle Arten von Belastungen können Schübe auslösen, z. B.
Virusinfektionen, Impfungen, die Stillperiode, Sonneneinstrahlung oder
andere körperliche oder seelische Belastungen.
130.000 Menschen leiden in Deutschland an MS. Meist beginnt die Krankheit
zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr, Frauen erkranken doppelt so häufig
wie Männer. MS-Kranke entwickeln sehr unterschiedliche Beschwerden: Ein
typisches Symptom ist die schnelle Ermüdung der Patienten, auch als
"MS-Fatigue" bezeichnet. Außerdem kann es zu Missempfindungen wie Taubheits-
oder Gürtelgefühl, zu Gleichgewichts- und Gehstörungen oder Lähmungen
kommen.

aid, Stephanie Wetzel
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