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| Überschrift: | Rotwein: Doch keine positiven Eigenschaften? Regelmäßiger Rotweinkonsum verändert Abwehrfunktionen nicht |
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| Letzte Änderung: | 2002-06-12 | 06:10 |
| Text des Artikels: | (aid) - Rotwein soll vor Herzinfarkt und Krebserkrankungen schützen. Dafür werden vor allem die Polyphenole verantwortlich gemacht, die z.B. als Farb- und Aromastoffe im Wein reichlich vorhanden sind. Im Reagenzglas wurden bereits zahlreiche potentiell gesundheitsfördernde Wirkungen der Rotweinpolyphenole nachgewiesen (Hemmung der Blutgerinnung, Blutdruck senkend, antioxidativ, entzündungshemmend, Verbesserung von Abwehrfunktionen). Untersuchungen, die diese Wirkungen beim Menschen nachweisen sollen, liefern jedoch recht widersprüchliche Ergebnisse. An der Universität Bonn wurde unter Leitung von Dr. Roland Goerlich, Arbeitsgruppe für Physiologische und Angewandte Immunologie, eine Studie mit 75 gesunden Nichtrauchern durchgeführt, die über 6 Wochen täglich ein Glas Rotwein oder entalkoholisierten Rotwein zu sich nahmen. In der Rotweingruppe stieg der Gesamtphenolgehalt im Blut an, was darauf hindeutet, dass sich die Polyphenole aus dem Wein im Körper anreichern. Bei entalkoholisiertem Rotwein war dies nicht zu beobachten. In keiner der beiden Gruppen konnten antioxidative Wirkungen oder eindeutige Effekte auf das Immunsystem beobachtet werden. In Bezug auf das Immunsystem konnten keine gesundheitsfördernden Eigenschaften von Rotwein nachgewiesen werden. Durch die erhöhte Konzentration an Polyphenolen im Blut ist es jedoch möglich, dass andere positive Effekte eintreten, die hier nicht untersucht wurden (z.B. auf das Herz-Kreislauf-System). Bis diese beim Menschen eindeutig nachgewiesen wurden, muss der potentielle Nutzen des Rotweins aus wissenschaftlicher Sicht kritisch betrachtet werden. Da bereits nach einem Glas Rotwein die kritische Alkoholmenge für Männer erreicht und für Frauen überschritten wird, kann der Verzehr zur Prävention verschiedener Krankheiten nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Wein bleibt ein Genussmittel, das nur gelegentlich und in moderaten Mengen getrunken werden sollte. aid, Bianca Arendt und Sabine Ellinger |
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